Faszination Bumerang - Allerlei Wissenswertes - Bumerang basteln mit Kindern

 

In unseren Workshops, die wir für Ferienspiele, Kindergeburtstage, Schulen und Kindergärten, etc. anbieten, lernt ihr alles über die Materialien, die Bauweise, die Funktion und die richtige"Bedienung" der Bumerangs.

kinder-werkstatt-klein

Nähere Infos gibt es dazu auf www.kuhara.de . Wir raspeln, feilen und schleifen und testen unsere Bauwerke dann auf der Wiese.

Als kleine Einstimmung nachfolgend ganz viel Wissenswertes über Bumerangs.

  
 

Woher stammt der Bumerang ?

Bei dem Wort Bumerang denken viele Leute an ein gekrümmtes Stück Holz und an Australien. Viel mehr ist über ihn im Allgemeinen nicht bekannt.

Zunächst muß zwischen zwei völlig verschiedenen Bumerangarten unterschieden werden. Da gibt es einerseits den nicht rückkehrenden Bumerang, auch Jagdbumerang oder Kylie genannt, und andererseits den rückkehrenden Bumerang, einfach Bumerang genannt.

Der Jagdbumerang wurde von den australischen Ureinwohnern bei der Jagd als Wurfgeschoß und Knüppel benutzt, aber auch als Grabstock und Musikinstrument. Er flog geradeaus und wurde parallel zum Boden abgeworfen. Dieser Jagdbumerang, bis zu einem Kilo schwer, bis zu 1,30 m lang und 2 cm dick, kommt nicht zurück. Dies war ein Glück für die Jäger, denn die Rückkehr dieses langen schweren Stück Hartholzes hätte ziemlich unangenehme Folgen für ihn haben können. Ein Jagdbumerang kann bis zu unglaublichen 200 Metern weit fliegen.

Die normale Jagddistanz dürfte zwischen 50 und 70 Metern gelegen haben. Jagdbumerangs wurden nicht nur in Australien, sondern auch in z.B. Holland, Polen, Dänemark, USA, Indien und Ägypten gefunden.

Der bis jetzt älteste Fund wurde in Polen gemacht. Dort fand man einen 23000 Jahre alten aus Mammutzahn geschnitzten Jagdbumerang. Man kann aber Australien trotzdem weiterhin als Ursprungsland des Bumerangs bezeichnen, weil der Bumerang dort am weitesten verbreitet und entwickelt war.

Der Bumerang wurde von den Ureinwohnern Australiens zum Spielen benutzt. Er diente wahrscheinlich als Trainingsgerät für den viel schwereren Jagdbumerang. In besonderen Fällen wurde er auch zur Jagd eingesetzt. Man nimmt an, daß er dazu benutzt wurde, versteckte Tiere aufzuscheuchen. Sie wurden dann mit dem Jagdbumerang erlegt.

 

Sehen alle Bumerangs gleich aus?

Es gibt unzählige verschiedene Bumerangs. Sie unterscheiden sich in ihrer Form, Größe und Farbe, sowie in dem Material, aus dem sie hergestellt sind.

Form: Der Fantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Vom klassischen Zweiflügler über Dreiflügler und gar Vierflügler bis hin zu abgefahrenen Sonderformen wie Herzbumerang, Regenschirm und Tukan. Fast jeder Buchstabe des Alphabetes läßt sich als Bumerang bauen. Buchstabe-A

regenschirm

 Air-Dancer

 

Größe: Auch die Größe der Bumerangs ist recht unterschiedlich. So hat der größte wiederkehrende Bumerang der Welt eine Spannweite von 2,59 Meter, die kleinsten wiederkehrenden Bumerangs sind wohl die von Axel Heckner gebauten Bumerangs (und nur er kann es), die auf eine Postkarte passen.

Material: Ursprünglich wurden Bumerangs aus Naturholz oder Knochen gebaut. Heute wird für den Bau von Bumerangs hauptsächlich finnisches Birkensperrholz verwendet. Es hat durch die doppelschichtige (zwei Schichten /Millimeter) Querverleimung eine sehr hohe Festigkeit. Weiterhin gibt es Bumerangs aus Kunststoff, Schaumstoff, Pappe, Pertinax, Plexiglas, GFK und CFK.

Farbe: Während sich Form, Größe und Material direkt auf die Flugeigenschaften auswirken, beeinflußt die Farbwahl wohl eher das Auffinden der Bumerangs auf der Wiese. Gut sind Farben für Bumerangs, die weithin sichtbar sind. Desweiteren empfiehlt es sich natürlich wasserfeste Farben zu verwenden.

Um die Flugeigenschaften zu verändern können die Bumerangs mit Gewichten, Löchern, Bremsen (Klebebänder), etc. ausgestattet werden.

 

Warum kommt der Bumerang zurück?

Die Rotation des Bumerangs wirkt wie die Drehung eines Kreisels. Sie hält die Ausrichtung der Rotationsachse auch bei kleinen Störungen stabil. Außerdem bewirkt die Rotation eine Auftriebskraft an den Flügeln des Bumerangs. Die Stärke des Auftriebs hängt von der Geschwindigkeit der umströmenden Luft ab.

Durch die Rotation bekommt immer der sich in Flugrichtung bewegende Flügel mehr Auftrieb, da sich dort die Strömungsgeschwindigkeit der Luft aus Rotationsgeschwindigkeit plus Fluggeschwindigkeit ergibt, während sich beim entgegengesetzt bewegenden Flügel die Rotations-geschwindigkeit von der Fluggeschwindigkeit subtrahiert. Diesen Effekt findet man auch beim Hauptrotor eines Hubschraubers. Dort wird dieser unerwünschte Effekt durch die zyklische Blattverstellung korrigiert, bei der die sich in Flugrichtung bewegenden Rotorblätter einen geringeren Anstellwinkel erhalten als die rückläufigen.

Die Summe aller auf den fliegenden Bumerang wirkenden Auftriebskräfte ergibt eine Kraft, die die (virtuelle) Achse des rotierenden Bumerangs in einer Weise kippen möchte, dass der Bumerang geradeaus fliegen und sich dabei um eine virtuelle Achse in Flugrichtung drehen würde. Also würde bei einem rechtshändig geworfenen Bumerang der voreilende Flügel an der höchsten Stelle nach links kippen. Dass dies nicht der Fall ist, begründet sich in einem weiteren Kreiselgesetz, welches besagt, dass eine Kraft, die auf die Achse eines Kreisels wirkt, erst 90° in Drehrichtung versetzt zu einer Abweichung der Achse führt. Also kippt der voreilende Flügel nicht an der höchsten Stelle, sondern 90° später an der vordersten Stelle nach links, was den Bumerang zum Kurvenflug zwingt.

Ein Bumerang wird mit etwas Schräglage geworfen, um durch effektiven Auftrieb die Gravitation auszugleichen.

Die Orientierung des Flügelprofils und der Anstellwinkel bestimmen die Drehrichtung, die dem Bumerang beim Abwurf gegeben werden muss. Daher gibt es spiegelbildlich gefertigte Bumerangs für Rechts- und Linkshänder.

 

Wettkämpfe

Es finden in regelmäßigen Abständen deutsche Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften der Bumerangwerfer in verschiedenen Disziplinen statt.

Ein Wettkampffeld besteht aus mehreren Kreisen mit einem gemeinsamen Mittelpunkt. Der innere mit 2 Meter Radius  ist Abwurf und Zielkreis. Der Bumerang muß bei jedem Wurf die Linie des 20-Meter-Kreises überfliegen.

Je nach Art des Wettkampfes ist eine unterschiedliche Anzahl von Kreislinien erforderlich.

Genauigkeitswerfen (Accuracy)

Geworfen wird fünfmal hintereinander aus dem Mittelpunkt konzentrischer Kreise, die einen Radius von 2, 4, 6, 8, 10 und 20 Metern haben. Der Bumerang darf weder gefangen noch berührt werden. Die Punkte werden danach vergeben, wie nahe beim Mittelpunkt der Bumerang landet.

Landet der Bumerang außerhalb des 10-Meter-Kreises, erhält der Werfer keine Punkte. Berührt der Bumerang eine Kreislinie, wird die mittlere Punktzahl aus den beiden benachbarten Ringen vergeben.

Australische Runde (Australian Round)

Bei der Australischen Runde werden mehrere Disziplinen innerhalb eines Wettkampfes gewertet: die Distanz, die Genauigkeit bei der Rückkehr des Bumerangs und das Fangen. Zu den Kreisen und Wertungen des Genauigkeitswerfens kommen jetzt noch Distanzkreise dazu, für deren Überqueren es Distanzpunkte gibt.

Darüber hinaus wird ein Fangen innerhalb des 20-Meter-Kreises mit 4 Punkten und außerhalb mit 2 Punkten bewertet. Genauigkeitspunkte werden auch dann angerechnet, wenn der Bumerang nicht gefangen wurde. Distanzpunkte werden nur dann vergeben, wenn entweder Genauigkeitspunkte oder Fangpunkte vergeben werden.

Jeder Werfer hat 5 Würfe, deren Ergebnisse zusammengerechnet werden. Es können bis zu 100 Punkte erreicht werden.

Ausdauer (Endurance)

Es werden die Fänge während fünf Minuten gezählt. Abwurf im 2-Meter-Kreis. Der Bumerang muß mindestens 20 Meter weit fliegen.

Fast Catch (Fast Catch)

Ziel ist es, seinen Bumerang so schnell wie möglich fünfmal hintereinander zu werfen und auch zu fangen. Gemessen wird die Zeit zwischen dem ersten Abwurf und dem Berühren des 2-Meter-Kreises nach dem fünften Fangerfolg. Geworfen wird jedesmal aus dem 2-Meter-Kreis. Bei jedem Wurf muß der Bumerang die 20-Meter-Linie überfliegen.

Langzeitflug 100 (Maximum Time Aloft 100)

Gemessen wid, wie lange ein Bumerang in der Luft bleibt, bevor man ihn fängt.

Innerhalb des 50-Meter-Kreises (mit 100 Metern Durchmesser, daher die 100) wird geworfen und gefangen. Fängt ein Werfer den Bumerang außerhalb des Kreises, ist der Wurf ungültig.

Trickfangen (Consecutive Catch)

Hier werden 12 verschiedene Fänge gefordert. Für jeden erfolgreichen Fang gibt es einen Punkt.

Weitwurf (Long Distance)

Der Bumerang wird von der Mitte einer 40 m breiten Grundlinie geworfen. Es wird die weiteste Entfernung gemessen, welche der Bumerang von dieser Grundlinie im Verlauf seiner Flugbahn hatte. Beim Rückflug muss die Grundlinie wieder überquert, der Bumerang aber nicht gefangen werden.

Doppelwurf (Doubling)

Ziel ist es, zwei Bumerangs gleichzeitig abzuwerfen und beide mit unterschiedlichen Trickfängen zu fangen. Die Fänge sind:

1. Wurf:    beide Fänge beidhändig, sauber

2. Wurf      beide Fänge einhändig mit Körperunterstützung

3. Wurf      ein Fang links, sauber; ein Fang rechts, sauber

4. Wurf      ein Fang beidhändig hinter dem Rücken; ein Fang                            beidhändig unter einem Bein

5. Wurf      ein Fang einhändig hinter dem Rücken; ein Fang einhändig             unter einem Bein

6. Wurf      ein Fang beliebig; ein Fang mit den Füßen

Jonglieren (Juggling)

Wie Consecutive Catch, aber es sind zwei Bumerangs im Spiel, wobei immer mindestens einer in der Luft sein muss.

Zielwerfen (Targeting)

Beim Zielwerfen mit Jagdbumerangs zählen die Treffer und die Nähe der Landung zu einem Zielobjekt, z.B. Verkehrskegel.

 

Die aktuellen Weltrekorde

 

         

Accuracy 50  

68 Punkte

Thomas Stehrenberger (CHE)

2001

 

 

Accuracy 100

99 Punkte

Alexander Opri (DEU)

2007

 

 

Aussie Round

99 Punkte

Fridolin Frost (DEU)

2007

 

 

Endurance

81 Fänge

Manuel Schütz (CHE)

2005

 

 

Fast Catch

14,60 s

Adam Ruhf (USA)

1996

 

 

Trick Catch/Doubling

533 Punkte

Manuel Schütz (CHE)

2009

 

 

Consecutive Catch

2251 Fänge

Haruki Taketomi (JPN)

2009

 

 

MTA 100

139,1 s

Nick Citoli (USA)

2010

 

 

MTA unlimited

380,59 s

Billy Brazelton (USA)

2010

 

 

Long Distance

238 m

Manuel Schütz (CHE)

1999

 

 

… und noch ein weiterer Rekord

Der Grazer Gerhard Walter hat mit 2.59 m Spannweite den größten Bumerang der Welt gebaut. Damit übertrifft er den bisher größten australischen, um 77 cm. Eine spezielle Abwurftechnik und Winglets, die dem Bumerang den notwendigen Auftrieb verleihen sind sein Geheimnis.


 

Quellen der Texte und Bilder:

Die Bumerangschule von Axel Heckner

Verlag Ehlgart & Albohn 2004

Achtung Bumerang von Michael Siems

Ravensburger 1995

Die neue Bumerangmappe v. M. Siems

Selbstverlag M. Siems 1995

Wikipedia

 

Besonderen Dank an Axel Heckner, von dem ich das Bauen und Werfen lernen durfte und der mir immer helfend und ratgebend zur Seite gestanden hat.

 

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.